In den letzten Wochen finden sich in vielen Zeitungen Berichte über Überfälle Jugendlicher auf Jugendliche. In den Zeitungen findet man Slogans wie: Was ist mit unseren Jungen los? Warum diese Jugendgewalt? Junge schlagen Junge! und viele mehr.
Ist es eine Anhäufung unglücklicher Umstände oder steckt mehr dahinter?
Sie werden sich sofort fragen, aber was hat das mit uns Eltern zu tun? Mehr als Sie meinen!! Und für einmal kann dieses Problem nicht auf die ausländische Bevölkerung abgewälzt werden, denn es betrifft alle Bevölkerungsschichten.
Sie erinnern sich sicherlich noch an die Bergpredigt der Schulpräsidentin in einer früheren Ausgabe der Schulnachrichten. Hatte Sie nun recht oder nicht? Wenn Sie jetzt noch mit NEIN antworten, haben Sie das Problem immer noch nicht erkannt.
Wer ist für die Erziehung unserer Kinder verantwortlich? Wer sollte Vorbildfunktionen übernehmen? Wer bringt ihnen Anstand bei? Wer ist für sie da in der Zeit der Not? Wer hört Ihnen zu und nimmt sich der Probleme an? Wer nimmt sie auch einmal in den Arm und tröstet sie? Es gäbe noch viele Fragen und immer wieder sollte die Antwort sein: WIR ELTERN!! Es ist nicht die Aufgabe der Schule die Kinder zu erziehen, es ist nicht die Aufgabe der Schule den Kindern Anstand beizubringen, es ist nicht die Aufgabe der Schule die Betreuung der Kinder zu übernehmen und es ist nicht die Aufgabe der Schule den Elternersatz zu bieten!
Ja, ich gebe Ihnen recht, es betrifft noch lange nicht alle Eltern, es ist eine Minderheit. Aber trotzdem sollten wir nun endlich beginnen, umzudenken. Es ist nicht immer nur ein Problem des Nachbarn. Wir sollten vor unserer eigenen Haustüre kehren.
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Ich bin nun seit über 12 Jahren in der Schulpflege tätig. Ich hatte in den ersten 2 Amtsperioden zusammen nicht so viele Schulprobleme zu bewältigen wie in der 3. Periode nur für sich. Die elementarsten Grundvoraussetzungen wie Anstand und Respekt sind teilweise bei unseren Kindern nicht mehr gegeben. Wo sollen sie es auch lernen? Natürlich könnten sie es in der Kinderkrippe, am Mittagstisch, in der Kindertagesstätte oder sonst in einer öffentlichen Organisation lernen. Ist das der Weg?
Haben wir genug Zeit wenn wir am Abend nach Hause kommen um unseren Kindern zuzuhören? Stehen wir für sie bereit, wenn sie Probleme haben? Können wir aber auch wenn es nötig ist den Kindern wieder den richtigen Weg zeigen? Die antiautoritäre Erziehung hat völlig versagt! Ich bin nicht der Meinung, dass wir ins alte Fahrwasser zurück müssen, aber ein Zwischending wäre die absolut ideale Lösung.
Warum versuchen wir es nicht? Nehmen wir allen Mut zusammen und beginnen heute! Womit? Nehmen wir die Erziehung unserer Kinder nicht auf die lockere Art sondern so wie sie unsere Kinder von uns erwarten dürfen. Mit mehr Präsenz, mehr Anteilnahme, mehr Verständnis, mehr Erziehungselementen, mehr Konfrontation, mehr....... sind wir bereits auf dem richtigen Weg.
Verstehen Sie nun meine Frage: Was ist mit den Eltern los? Wenn ja, ist meine Botschaft herübergekommen. Wenn nein, stehe ich gerne zur Verfügung (Tel. 044 837 07 09).
Joe Baumli
Schulpfleger von Nürensdorf
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