Mittlerweile kennen wir das Verhalten und Aussehen des Bibers recht gut, denn er beschäftigt uns schon eine ganze Weile. Als Höhepunkt schauten wir uns seinen Lebensraum in der Natur an. Ihn selber haben wir nicht angetroffen, er ist eben des Nachts unterwegs, wenn wir schlafen. Trotzdem war es sehr spannend!
Der Schulbus fuhr uns bis zum Anfang des Biberpfades in Pfyn, bei Frauenfeld, wo sich der Biber in einem Wiederansiedlungsprojekt des WWFs erfolgreich durchsetzte. Dort trafen wir Frau Pier, die uns zu den Biberspuren führte. Als erster trafen wir einen grossen braunen Biber, die Indianer nannten ihn "kleiner brauner Bruder". Nein, nein, keinen lebendigen, aber einen lebensgross nachgeschnitzten Holzbiber. Kaum zu glauben, der ist so gross, wie die kleineren Kindergartenkinder!
Jetzt ging's ab in die Büsche. Die ersten Frassspuren des grossen Nagers kamen zum Vorschein: Gefällte, entrindete und angenagte Bäume. Wie der das wohl geschafft hatte? Frau Pier lüftete das Geheimnis mit Hilfe eines Schädels: Die meisselförmig abgeschrägten Nagezähne sind des Meisters unverzichtbare Werkzeuge.
Diese Nagestellen schienen schon ziemlich alt zu sein. Also wanderten wir weiter flussaufwärts, der Biber ist umgezogen. Hier führte der Bach kein Wasser, so kann ja gar keiner hier wohnen.
Viel weiter oben entdeckten wir den Grund dafür, dass es im Flussbett kein Wasser hatte. Der Biber hatte eine Staumauer aus Ästen, Zweigen, Baumstämmen, Steinen und Lehm gebaut. Oberhalb sahen wir mehrere bewohnte Biberburgen, im Wasser stehend natürlich. Leise schlichen wir uns heran und fanden eine tolle "Erd-Rutschbahn". Hier steigen die Tiere aus dem Wasser, holen sich im nahe liegenden Wald ihr Baumaterial und ihr Fressen und watscheln dann wieder bei derselben Stelle ins kühle Nass zurück.
Und tatsächlich! Im Wald daneben waren auch frische Nagespuren zu finden. Die Kinder durchstöberten das Gehölz und fanden etliche Äste und Bäume, bei denen in den Nächten zuvor ein Biber am Werk war. Gesammelt wurde wie wild. Das machte Spass! Sogar ein halber Baumstamm fand dank drei starker Buben den Weg in unsern Kindergarten-Garten!
Frau Pier liess uns sogar ins Privatleben einer Biberfamilie hineinhören. Auf der Kassette waren helle und dunkle Biberstimmen zu hören, das Fressgeräusch und wie er sich schnellstens ins Wasser zurückzieht.

Der schuppige Schwanz dient dem Biber nicht nur als Ruder und Flosse zum Schwimmen, sondern reguliert auch die Körpertemperatur des Tiers. Ist ihm zu heiss in seinem dicken Fell, hält er ihn einfach ins kühlende Wasser.
So, nun konnten selbst die Tapfersten nicht mehr richtig zuhören, Mittagessen ist angesagt! Dann um 14:00 Uhr wurden wir wieder von Frau Rageth abgeholt.
Es war eine sehr interessante, lehrreiche Exkursion! Der beschilderte Pfad ist allen Interessierten sehr zu empfehlen.
Bericht von Valerie Gysin, KG Ebnet, November 2003
Quellenangabe: Bilder von der Seite www.rivernet.org/elbe/biber/biber.htm
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