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  aktualisiert am:
  11 Nov 08



Pädagogischer Beitrag

  Die Einschulungsklasse 

M. Fischer, Einschulungsklassenlehrerin Nürensdorf
 

Die Entwicklung eines jedes Kindes verläuft individuell. Hingegen sind die Anforderungen zum Schuleintritt für alle etwa gleich. Die dazu nötige Reife ist jedoch nicht bei allen Kindern zu diesem Zeitpunkt vorhanden. Daraus entstehen Überforderungssituationen, die meist nichts mit der Intelligenz des Kindes zu tun haben, sondern auf Defizite in bestimmten einzelnen Funktionsbereichen zurückzuführen sind.

Solche Kinder leben oft noch zu stark in ihrer Kleinkinderfantasiewelt, können sich nicht ausreichend konzentrieren und verfügen auch über zuwenig Ausdauer. Andere haben einen noch zu geringen Wortschatz und ein zu wenig entwickeltes Sprachgefühl, Wahrnehmungsschwierigkeiten, oder sie genügen bezüglich ihrer Handgeschicklichkeit den Anforderungen des Schreibenlernens noch nicht ganz.

Wenn nun ein Kind, bei dem Teilbereiche noch nicht genügend ausgereift sind, in die Regelklasse eintritt, kann es den Leistungsanforderungen beim besten Willen und Einsatz nicht genügen. Es fühlt sich minderwertig, (eine denkbar ungünstige Lernvoraussetzung), es entstehen Stresssituationen und Enttäuschungen auch bei den Eltern.

Der Unterschied zwischen der Einschulungsklasse und der ersten Klasse besteht nun darin, dass das Programm des ersten Primarschuljahres auf zwei Jahre verteilt in einer kleinen Gruppe unterrichtet wird.

Die niedrige Schülerzahl ermöglicht eine individuellere Förderung. Der sanftere Schuleinstieg erlaubt, dass jedes Kind dort abgeholt und geschult werden kann, wo es noch besondere Förderung braucht. Arbeits- und Lerntechnik, Selbständigkeit und Selbsttätigkeit können ohne Zeitdruck vermehrt trainiert werden. Am Ende der zwei Einschulungsklassenjahre treten die Kinder oft sogar mit einem Stoffvorsprung in die zweite Primarklasse über.

Die erste Schulzeit ist oft wegweisend für die ganze spätere Schullaufbahn. Der Besuch der Einschulungsklasse kann dem Kind einen negativen Schulstart ersparen. Das zusätzliche Schuljahr ist für diejenigen Kinder, für welche vom Schulpsychologischen Dienst die Einschulungsklasse als der günstigere Schuleinstieg vorgeschlagen wurde, ganz sicher kein verlorenes Jahr.