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Seit dem letzten Sommer beschäftigen wir uns im Zeichnungsunterricht mit den Werken von Giovanni Giacometti und seinem Sohn Alberto. Wann und wo lebten diese Schweizer Künstler, wer waren sie, was hat sie zu ihren Bildern und Skulpturen inspiriert, welche Techniken wandten sie an - diese und ähnlich Fragen begleiteten uns durch viele interessante und schöne Malnachmittage.
Das Interesse für eine Künstlerpersönlichkeit ist die beste Voraussetzung, um Kindern Freude an Kunst und Kunstwerken zu vermitteln. Während unserer mehrmonatigen Beschäftigung mit den beiden Künstlern haben die SchülerInnen einen guten Zugang zu ihnen gefunden. Sie lernten die Familie Giacometti mit Giovannis werk "Die Lampe" kennen. Dieses Gemälde erzählte aus dem Leben der Familie, von der Atmosphäre am Esstisch, der Stimmung im Haus und lässt vieles in Erfahrung bringen. Mit grossem Farbenreichtum malte Giovanni Giacometti auch seine nähere Heimat: Berglandschaften, Jahreszeiten, Menschen und Tiere. Dieser Maler war fasziniert vom Licht der Sonne. Seine Bilder zeigen, welche Kraft in den Sonnenstrahlen liegt - und dies ist auch den Mädchen und Knaben nicht verborgen geblieben.
Besonders beeindruckt waren die Kinder von Alberto Giacometti überlangen, schmalen Figuren, die fast körper- und gewichtslos wirken. Sein Werk ist etwas Ergeifendes. Die weiblichenn Gestalten stehen frontal mit geschlossenen Beinen und angepressten Armen da. Die männlichen sind mehrheitlich schreitend dargestellt. Alberto Giacometti fordert zu einer neuen Sehweise auf. Er war ein Künstler, der das prozesshafte Arbeiten praktizierte. Er suchte, verwarf, zerstörte, begann neu. Auf dem Höhepunkt seines Ruhms sagte er, dass er nur ein Anfänger sei, was er wirklich suche, habe er noch nicht gefunden. Die SchülerInnen staunten, dass ein weltberühmter Künstler ein solch kritische Haltung gegenüber seinem Werk einnahm und dabei sein Ziel niemals aufgab.
Als Grundlage zu unseren Projektarbeiten dienten die Bücher "Alberto und Giovanni Giacometti / Je näher wir den Dingen kommen, desto grossartiger werden sie" von Regula Weber Hardegger (Verlag SVSF) und "Lehrmittel Giovanni Giacometti" des Bündner Kunstmuseums Chur.
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