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  aktualisiert am:
  30 Dec 09


  

2. Februar 2006, es ist jetzt schon eine Woche her. Vergessen? Niemals. Dass eine Schreibwerkstatt so interessant und lebhaft sein könnte, hätte ich nie im Leben geglaubt, hätte ich es nicht mit eigenen Augen mitverfolgen können. Doch ich will am Anfang dieses erlebnisreichen Morgens beginnen.

 5 Minuten warten. Keine X. 10 Minuten warten, immer noch niemand zu sehen. Mit einer guten Viertelstunde Verspätung trat sie, tief in warme Jacken eingemummt, in unser Schulzimmer ein. Sie war von Kopf bis Fuss schwarz gekleidet.


Komische Frau, was soll das? 59 Jahre alt, vollgepumpt mit Lebensmut, frisch aufgestellt und schwarz gekleidet. Den ersten Eindruck kann sich ja jeder selbst ausmalen. Wie dem auch sei!

Spontan wechselten wir das Zimmer, da unserem doch etwas speziellen Gast das Geräusch der Baustelle ein wenig zu laut war.


Wir begannen nun endlich mit der Schreibwerkstatt. Doch es war nicht sie, die etwas über sich berichtete, nein, wir mussten etwas über sie erzählen. Unsere Hausaufgabe war es gewesen, einen Text über sie zu schreiben, nämlich, wie wir uns ihr Leben vorstellten. Wie man sich gut denken kann, kam dabei nichts wirklich Gescheites raus ... jedoch sehr viel Kreatives!


Dies hat Doris Meissner an diesem Morgen auch diverse Male erwähnt: wir seien eine sehr kreative Klasse und unter uns befinde sich doch das eine oder andere Exemplar eines vielleicht zukünftigen Schriftstellers. Wie dem auch sei!

In unseren Texten war die Schriftstellerin entweder stinkreich, sehr arm, wohnte in einer Villa oder hatte keine Kollegen, geschweige denn einen Mann.


Sie selbst erzählte uns dann schliesslich, dass sie praktisch gar kein Zuhause habe. Oft unternehme sie Reisen in die Schweiz, Deutschland und Österreich. Die meiste Zeit sei sie am Erfahrungen sammeln. Oft ginge sie in Klassen und berichte den Schülerinnen und Schülern von ihren Büchern. Doch am liebsten möge sie die Reisen, in denen sie für ihre Bücher Informationen sammeln könne. Sie reise in der ganzen Welt umher, um Schauplätze der verschiedensten Ereignisse zu bewundern.

Nach dieser kleinen Beschreibung ihres Lebens waren auch wir schon wieder am Zug. Wir mussten zu jedem Anfangsbuchstaben des Wortes SCHULE einen Satz schreiben. Am Schluss sollte dann ein kleiner Text herauskommen. Ich denke, man kann sich gut vorstellen, was hauptsächlich beim Buchstabe „S“ herausgekommen ist J.
Viele von uns hatten nun eigentlich für den ganzen Tag genug geschrieben, doch als dann erwähnt wurde, dass dies erst eine Übung für das kommende Projekt war, ging ein kaum überhörbares Murren und Stöhnen durch unsere Reihen.

Zwei A4-Seiten voll schreiben, das war die Aufgabe, die uns erwartete: eine Geschichte zu einem ihrer Buchtitel entwerfen. Auch hier kamen einige lobenswerte Texte heraus, die doch sehr spannend waren.
Doch dann war auch schon wieder 11.40 Uhr und unser Morgen war vorbei. Ich muss sagen, allgemein betrachtet hat es mir (uns) doch gefallen und wir haben eine neue, aufgestellte und lustige Person kennen gelernt.
                                                                                                             Sidney Widmer, A3