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  aktualisiert am:
  26 Dec 09



Kindergärten Nürensdorf
Ein Tag im Kindergarten

Kiga1So gegen acht Uhr morgens kommen ganz unterschiedliche Kinder aus ihren ganz unterschiedlichen Elternhäusern und machen sich auf den Weg in den Kindergarten. Einige werden mit dem Auto zum Kindergarten gebracht, was für sie nicht gleich lustvoll und abwechslungsreich ist wie ein Kindergartenweg, der zu Fuss zurückgelegt wird. Wenn man sich einmal die Mühe macht, diesen Weg mitzugehen, stellt man fest, was unterwegs alles abgehandelt wird: Schnecken werden beobachtet, mögliche Spielorte im Kindergarten festgelegt, übers Fernsehprogramm vom Vortag wird diskutiert, auch Konflikte werden ausgetragen oder gelöst….. Alles in allem ist der Schulweg ein immens wichtiger Start in den Kindergarten-Alltag. Nicht zu vergessen ist das Lernen, mit dem Strassenverkehr umzugehen. Was hat nochmal der Schulpolizist Herr Sutter gesagt? Man darf erst dann über die Strasse, wenn die Räder eines Autos still stehen…. Das will geübt sein. Am besten täglich auf dem Kindergartenweg.

Nach acht Uhr kommen die ersten Kinder in den Kindergarten, wo sie von der Kindergärtnerin erwartet und begrüsst werden. Ihr erzählen sie oft schon unter der Tür, was sie am Vortag (oder auf dem Weg) alles erlebt haben. Sind die Schuhe und Jacken ausgezogen, beginnen die Kinder zu spielen. Oft herrscht die Meinung, dass „nur“ gespielt wird. Aber das ist ein Irrtum, der sich sofort wiederlegen lässt, sobald man sich die Zeit nimmt, einmal einen Morgen im Kindergarten zu verbringen. Wer das tut wird merken, wie gross der Lerneffekt beim Spielen ist. Es werden Kappla Türme gebaut, Arbeitsblätter ausgefüllt, Mosaike gelegt, fantasievolle Legobauten erstellt, gezeichnet, um nur einen Bruchteil zu nennen.

Kiga2Damit auch die Gemeinschaft in der grossen Gruppe nicht zu kurz kommt, sammeln sich alle vor der Hälfte des Morgens im Kreis. Dort wird gemeinsam gesungen, ein Vers geübt, eine Geschichte erzählt, gemeinsame Spiele gemacht und vieles mehr. Im Kreis geht es auch darum, einander ausreden zu lassen, zuzuhören, gemeinsam etwas zu erleben und vieles mehr. So kommt also zum ersten grossen Lernfeld „freies Spiel“ ein weiteres grosses hinzu….

Nach dieser erlebnisreichen Zeit essen alle gemeinsam Znüüni. Vorzugsweise Früchte und Gemüse, ab und zu auch Sandwiches, Getreidestängel, Käsestäbchen…, aber keine Schokolade oder Chips. Aber auch im Kindergarten gibt es Ausnahmen, in denen süsse oder salzige Leckereien erlaubt sind. So zum Beispiel an einem Geburtstag.

Kiga3Das dritte grosse Lernfeld im Kindergarten ist das Spielen draussen. Hier können sich die Kinder austoben und ihrem Bewegungsdrang (fast) freien Lauf lassen. Manchmal reitet eine ganze Pferdeherde um den Kindergarten, manchmal entstehen die schönsten Bauten im Sandhaufen, ein anderes Mal zieren Kreidezeichnungen den Boden vor dem Eingang und manchmal wird geklettert was das Zeug hält.

Nach diesem lehr- und lernreichen Morgen, machen sich alle Kinder kurz vor zwölf Uhr mittags wieder auf den Nachhause-Weg. Auch diesen legen sie liebend gerne zu Fuss zurück. Es gibt nämlich wiederum viel zu besprechen: wie könnte man den Kappla Turm morgen bauen, ohne dass er nach kurzer Zeit schon zusammen fällt? Warum verlangt die Kindergärtnerin den Reissverschluss der Jacke zuzumachen, wo es doch gar nicht kalt ist? Warum wollte ein Mädchen heute kein Pferd sein? Wer spielt morgen mit wem? Besprochen wird natürlich noch mehr, aber auch Kinder haben ihre Geheimnisse.

Kiga4So ein Kindergarten-Alltag ist also sehr abwechslungsreich, unterhaltsam, lehrreich, die Fantasie anregend, bisweilen aber auch anstrengend…. Und nicht für jedes Kind trifft alles zu jeder Zeit zu. So unterschiedlich wie die Kinder sind, so verschieden erleben sie einen Morgen und so unterschiedlich gehen sie auch wieder nach Hause. Und das ist gut so.

Wenn auch Sie einmal einen solchen Vormittag erleben möchten, dann melden sie sich bei einer Kindergärtnerin, um einen Termin zu vereinbaren. Und dann machen Sie sich am besten zu Fuss auf den Weg. Oder wann haben Sie sich zum letzten Mal Zeit genommen, eine Schnecke am Wegrand zu beobachten?