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  aktualisiert am:
  17 Jul 11



Fries
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CATS – im Kindergarten Sunnerai

Da stehen sie – Grisa und Bella, zwei alte Katzen, die sich gemeinsam an frühere Zeiten erinnern.
Der Spot geht an und die beiden beginnen zu singen: „Grisa, lueg wie schynt eus de Mond a. Wett so gern nomal jung si, aber das isch verbii….“
Blicke ich um mich, sehe ich viele gerührte Gesichter. Eltern, Verwandte, Geschwister und Freunde. Alle sind pünktlich im Kindergarten Sunnerai erschienen um dabeizusein, wenn sich diverse Katzen treffen, um die störenden Ratten zu vertreiben. Grisa und Bella stehen vor einer Hafenkulisse, in der Ecke kann man die Ratten sehen…..

Nach dem wunderschön gesungenen Duett aus dem Musical Cats unterhalten sich die beiden Katzen. Sie reden darüber, dass diejenige Katze, die es schafft die mühsamen Ratten zu vertreiben, auf eine lange Schiffsreise mit einem Luxusdampfer mitdarf. Und schon ist die Neugier unter den Zuschauern geweckt. Wer wird es wohl schaffen? Wird es überhaupt eine Katze schaffen?

Schon betritt die erste Katzengruppe das Geschehen. Es sind die Zirkuskatzen. Sie jonglieren, machen Kunststücke, unterhalten uns mit Hula Hopp und dem „Rad“. Gemeinsam überlegen sie, wie sie die Ratten vertreiben können. Sie beschliessen, sich zu einer Pyramide aufzubauen und ganz laut zu fauchen. Sie sind sich sicher, dass sie als „Riesenkatze“ die Ratte vertreiben können. Gesagt, getan. Konzentriert knien sich drei Zirkuskatzen auf den Boden und zwei stellen sich auf sie drauf. Die Zuschauer halten vor Spannung den Atem an. Alles geht gut, aber….: die Ratten lassen sich nicht vertreiben. Nach zwei lauten Rufen: „Haued ab! Haued ab!“, ziehen die Zirkuskatzen enttäuscht von dannen.

Da kommen die nächsten Katzen. Es sind wunderschön gekleidete Meereskatzen, die zu sanfter Musik in die „Bühnen-Mitte“ tanzen. Nachdem sie ihr Katzenlied gesungen haben, überlegen auch sie, wie der Rattenplage beizukommen ist. Und natürlich haben auch sie eine Idee: sie machen Seifenblasen und hoffen, dass sie darin die Ratten einschliessen und wegfliegen lassen können. Doch auch sie scheitern. Und auch ihnen bleibt nichts weiter übrig, als nach zwei gerufenen „Hau ab!“ die Szene zu verlassen.

Aber es gibt noch Hoffnung. Die Detektivkatzen schleichen mit Lupe herein und erwecken den Eindruck, echte Profis zu sein. Gekonnt suchen sie alle Winkel nach den Ratten ab. Sie finden sogar Spuren, die die Existenz der Ratten klar beweisen: ein von Ratten abgenagtes Fischskelett, ein Rattenloch und ein Rattenhaar. Der Chefdetektiv weist die anderen an, die Ratten mit einem Fisch anzulocken und sie, stürzen sie sich auf die Beute, sofort mit dem Fischernetz zu fangen. Doch auch das Bemühen der Profis quittieren die Ratten nur mit einem hämischen „hettisch gern….!“, nachdem die Katzen ihr „Hau ab!“ rufen. Und so kommt es, wie es kommen muss: die Ratten hocken noch immer fett und träge in der Ecke. Und auch die Detektiv-Katzen müssen sich geschlagen geben und ziehen mit hängenden Schultern weg.

Nach jeder Szene klatschen die Zuschauer begeistert. Immer wieder blitzen Fotoapparate auf und einige halten dieses denkwürdige Ereignis auf Videokameras fest. Glücklicherweise ist der Auftritt der Detektiv-Katzen noch nicht das Ende. Denn jetzt wird es orientalisch: die Musik-Katzen aus Arabien betreten den Raum. Zur altbekannten Melodie von „Dr Sidi Abdelassar vo El Hama“ holen sie ihre Requisiten, die für ihren Auftritt nötig sind. Die Musik-Katzen wollen natürlich auch mit auf den Luxusdampfer. Da ist es klar, dass auch sie Überlegungen anstellen, wie sie das anstellen möchten. Sie wollen die Ratten mit einem Theaterstück anlocken und ihnen Pfefferminztee, dem Schlafmittel beigemischt ist, zu trinken geben.
Und so verkleiden sich die Musik-Katzen als schillernde Schauspieler. Das Stück heisst: „Dr Sidi Kater Assar vo El Hama.“ Die Melodie ist den meisten Zuschauern und –hörern bekannt. Nicht aber der Text und der entlockt jedem von uns diverse Lacher. Heisst es da doch zum Beispiel: „…..bis er bim Mohammed um d Hand aghalte hät und gseit ich büte 25 Spatze a“ oder „….doch wert isch sie, mis Chind, 30 Filetstuck vom Rind….“. Wer weiss, wie das Lied im Original tönt, der kann sich das Lachen an dieser Stelle nicht verkneifen….
Aber: auch die Musikkatzen sind erfolglos. Die Ratten bleiben wo sie sind.

Grisa und Bella haben alles beobachtet und gesehen, dass alle Katzen gescheitert sind und die Ratten immer noch am Hafen sitzen. Da erscheinen alle Katzen wieder. Eine steht auf und stellt fest, dass es niemandem gelungen ist die Ratten zu vertreiben, dass es aber Bella und Grisa noch nicht probiert haben. Da ergreift Bella das Wort und findet, dass es nichts bringt, sich gegenseitig zu bekämpfen. Viel eher sollen sie alle versuchen, friedlich nebeneinander und miteinander zu leben. Und hier ertappt sich der Zuschauer kurz beim Gedanken dass es schön wäre, es ginge im „richtigen Leben“ auch so. Nach dem guten Einfall von Bella steht eine Musikkatze auf und sagt den anderen, dass doch Grisa und Bella mit auf das Schiff sollen. Sie hätten zwar die Ratten auch nicht vertreiben können, hätten aber die beste Idee gehabt. Alle sind damit einverstanden. Und so spazieren Grisa und Bella langsam zum Hafen, winken und singen noch einmal gemeinsam das berühmte Lied aus dem Musical Cats. Rührend!

Jetzt gibt es bei den Zuschauern kein Halten mehr. Alle klatschen begeistert, da und dort wird ganz tief eingeatmet – war es doch herzerweichend und erste „Zugabe-Rufe“ ertönen. Die Schauspieler stellen sich auf einer Reihe auf, halten sich an den Händen und singen gemeinsam noch einmal die Kinderversion von „Memory“.

Ich lege meinen Fotoapparat zur Seite, damit auch ich den Schauspielern das geben kann, was sie so sehr freut: Applaus. Ich bin froh, an der Aufführung dabei gewesen zu sein und beglückwünsche alle, die zum Gelingen beigetragen haben! Die Kindergarten-Kinder, Esther Spiess (die Kindergärtnerin), Annelies Nell (Klavierbegleitung), Eltern die geschminkt und Texte eingeübt haben, die Unterstützung in der Garderobe (Bändigen der Katzen) und der Lichttechnik. Ihr habt es wirklich toll gemacht!

Sandra Walzer