Eisbärenlauf in den 2. und 3. Klassen
In der ersten Klasse hatten wir das Thema Eisbären. Wir haben auch einen Film dazu angegeschaut. Weit weg im hohen Norden, zuoberst auf der Erdkugel, liegt die Arktis. Manchmal ist es dort dreimal so kalt wie in einer Tiefkühltruhe.
Dann fühlen sich die Eisbären erst so richtig wohl. Der Eisbär hat keine natürlichen Feinde. Dafür machen ihm die Menschen arg zu schaffen. Und zwar auch diejenigen, die ganz weit wegwohnen, wie zum Beispiel wir.
Wie ist das möglich? Mit unserer Lebensart bewirken wir, dass den Eisbären das Eis unter den Pfoten wegschmilzt und sie zu wenig Nahrung finden. Wenn wir Kohle, Benzin oder Erdöl verbrennen - zum Beispiel im Verkehr, beim Heizen oder in der Stromproduktion - steigt das Gas Kohlendioxid neben anderen Treibhausgasen in die Luft und auf der Erde wird es immer wärmer. Für die Eisbären hat das schlimme Folgen. Das Eis am Nord- und Südpol wird immer dünner.
Das Eis schmilzt im Frühling früher und friert im Herbst später. Dadurch wird die Zeit kürzer, in der sich die Bären auf dem Packeis aufhalten können, um dort einen Grossteil ihrer jährlichen Futterration zu erjagen. An Land gibt es keine Robben. Sie müssen sich mit kleinen Säugetieren, Vögeln aber auch mit Gras, Moos und Beeren zufrieden geben. Sie haben Hunger.
Wir wollten helfen, einfach etwas tun.
Am 18. September nahmen wir, die zweite und die dritte Klasse aus dem Schulhaus Sunnerai, am Sponsorenlauf des WWF auf dem Universitätsgelände in Zürich teil. Am diesjährigen Lauf für den Eisbären legten 28 Schulklassen stolze 4915 Kilometer zurück. Wir wollten einen kleinen Beitrag leisten. Wir haben viele Sponsoren gesucht:
Göttis, Omas und Opas, Onkel und Tanten, Nachbarn und Arbeitskollegen unserer Eltern. Alle haben uns unterstützt. Nun mussten wir einfach nur noch laufen! Solange und soweit wie möglich. Für einige unserer Gönner wurde es ziemlich teuer, denn jeder von uns gab sein Bestes.
Einige Schülereindrücke
Wir drehten unermüdlich Runden für die Eisbären. Viel Einsatz und Schweiss war gefordert.
Im Turnunterricht machten wir mit Frau Bircher ein Lauftraining. Manche von uns trainierten auch mit ihren Eltern.
Wir waren die Klasse, die am meisten Geld erlaufen hat. Das war schon eine tolle Leistung. Als Dank für unser Engagement schenkte uns der WWF einen Gutschein für einen Pinguinworkshop im Zoo Zürich. Meine Eltern haben die Sponsorenliste auch ins Büro mitgenommen.
Ich bin am Sponsorenlauf 12 Kilometer gerannt. Ich war der Schnellste von unserer Klasse.
Leider mussten wir auf den Zug. Ich wäre nämlich noch weitergelaufen. Da ich Eishockey spiele, bin ich gut trainiert.
Am Freitag bin ich 6 Runden gelaufen. Eine Runde war ca. ein Kilometer. Man durfte nicht abkürzen. Auf der Wiese war ein grosses Schweizerkreuz ausgebreitet. Darauf durften alle
Kinder mit Filzstift schreiben, was sie sich für die Zukunft der Erde wünschen. Mama, Papa
Gotti und meine Nachbarn haben mich gesponsert.
Der Hund von Laura ist auch noch mitgelaufen. Das war cool. Ich habe mir den Fuss vertrampt, habe aber trotzdem mitgemacht. Auf der Fahrt im Zug und im Tram haben wir viele Lieder gesungen. Die meisten Leute haben sich darüber gefreut.
Ich hatte grossen Durst. Es gab für alle LäuferInnen Tee und Müesliriegel. Ich frage mich nur, wie man mit dem Geld, das wir gesammelt haben, Eis für die Eisbären kaufen kann? |