Werdegang
Jetzt ist der grosse Tag da, von dem wir alle wussten, dass er eines Tages kommen wird, auch wenn wir im November überhaupt noch nicht wussten, was uns alles erwarten wird, als wir erfuhren, dass wir ein großes Projekt zusammen aufziehen werden.
Vor ein paar Monaten, auch schon wieder länger her, sagten uns die Lehrer zum ersten Mal, dass sie eine Überraschung für uns haben, doch wir konnten uns überhaupt nichts darunter vorstellen, doch das ist ja auch klar, denn eine Überraschung ist eine Überraschung. Einige Wochen vergingen, dann war es aber trotzdem so weit und wir gingen alle zusammen ins Naturkundezimmer, um zusammen einen Film zu sehen, eigentlich eine tolle Sache, doch was hat das alles für einen Zusammenhang?
Was wir dann gesehen haben, war für uns ziemlich unverständlich, weil: Was hat ein Disney-Film zutun mit der ganzen Sache? Bald ist das Rätsel des komischen Zeitvertreibs während der Schule aber gelüftet worden. Der Glöckner von Notre Dame soll es sein, und unser Riesenprojekt hat endlich einen Namen bekommen, oder besser ein hässliches Gesicht?
Nachdem ging alles ziemlich schnell, wir bekamen unsere Drehbücher und jeder eine eigene CD, damit wir die Lieder zur passenden Rolle üben können. Auch der Auftrag, zu überlegen, in welcher Rolle man sich am ehesten sieht, haben wir gefasst und in der Klasse besprochen. Es war ehrlich gesagt ein ziemliches Hin- und Her bis jeder seine Rolle hatte, doch ich denke schlussendlich fand jeder seinen Platz, sonst wären wir nie so weit wie wir jetzt sind.
Das Lager in Laax stand dann auch ziemlich schnell vor der Tür, indem wir intensiv für unser Musical probten. Texte fingen wir an, auswendig zu lernen, Lieder mussten wir immer wieder hören, damit wir danach in Gruppen lernen gehen konnten.
Wieder zu Hause waren wir schon einen Schritt weiter, doch so viele Dinge waren noch nicht erledigt und irgendwie war es für uns alle nicht so verständlich, wie das alles funktionieren soll mit der Bühne, wo die Zuschauer sein werden und so weiter. Doch auch dieses sollte in der nächsten Zeit nicht unser Problem sein, denn wir hatten noch genug andere Dinge, an die wir denken mussten.
Immer mehr Zeit wurde in das Musical gesteckt, die Turnstunden und auch sonst haben wir angefangen, immer mehr Zeit in für unser Theater zu opfern. Da Winter war, mussten wir natürlich drinnen proben, besser gesagt in der Turnhalle, wo nicht immer alles so lief wie es muss. Aber das waren doch genau die Dinge, die das Ganze interessant machten, oder?
Zum Glück kam dann der Frühling und wir konnten bald anfangen, draussen zu proben. Später kam dann noch die Bühne hinzu und eine Treppe, die uns den Aufgang auf den Pavillon, oder besser gesagt das Zuhause von Quasimodo, ermöglichte.
Auch die Tribüne wurde von der Klasse von Herrn Frei sehr gut eingerichtet, und immer mehr Details kamen dazu. Natürlich ging das nicht alles so schnell, wie man davon berichten kann, doch für genauere Ausführungen reicht es im Moment nicht.
Die Sache mit diesem Theater fing uns aber auch mehr an zu beeindrucken, als wir die Kostüme sahen und anprobierten, die uns extra zur Verfügung gestellt wurden. Am Anfang war es allerdings recht komisch, die anderen mit diesen Kleidern zu sehen, doch auch an dieses gewöhnt man sich ziemlich schnell und in der Zwischenzeit sind wir uns an diese fast mehr gewohnt als an unsere Alltagskleidung!
Vor einigen Wochen fiel auch das erste Mal das Stichwort Schminken. Sicher etwas, an das viele gar nicht gedacht haben. Und vor allem die Jungs hatten einen Schock: „Warum muss man uns denn Schminken?“
Unterdessen haben wir das Schminken mehr oder weniger gut im Griff, aber für die Zeit, die wir zur Verfügung haben während der Vorstellungen, machen wir uns sicher nicht schlecht.
Kurz vorher hat uns auch Tady besucht, von dem – da sind wir uns alle einig – wir unglaublich viel profitieren konnten, wer hat uns schon besser gezeigt, wie böse ein Frollo als Beispiel sein muss, als er? In letzter Zeit investierten wir fast Tag und Nacht, aber mehr Nacht als Tag (weil es so heiss war) in unser Theater und immer mehr bekamen Freude daran.
Jetzt haben wir auch noch die letzten Vorbereitungen getroffen und versucht, kleine Fehler zu verbessern, damit auch wirklich alles möglichst gut kommt. Ab und zu war es sicher ein ziemlicher Stress, und nicht immer waren alle miteinander einverstanden, doch irgendwie muss man sich zusammen finden, denn sonst kann man nie so etwas Grosses auf die Beine stellen.
27.6.06, BY NADDY
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